Taschenfederkern-Matratzen

 

Federkern-Matratzen bestehen im Inneren aus Metallfedern. Die gängigste Form von Federkern-Matratzen in Deutschland sind Tonnen-Taschenfederkern-Matratzen. Hierbei werden einzelne Stahlfedern in separate Taschen verpackt und aneinandergereiht. Da die einzelnen Federn oben und unten enger zulaufen, bzw. im mittleren Bereich etwas bauchig wirken, spricht man von Tonnen-Taschenfederkern.

Durch unterschiedliche Drahtstärken lassen sich 7 Liegezonen erzeugen. Abgedeckt wird der Taschenfederkern i.d.R. durch eine Kaltschaum- oder Latexplatte. Auch hier ist auf die Qualität des Schaums zu achten.

 

Vorteile:

• Erzeugt ein eher kühles Schlafklima, daher besonders für Menschen geeignet, die schnell überhitzen oder eine stärkere Transpirationsneigung haben. Exzellenter Feuchtigkeitsabtransport.

• Exzellente Belüftung, sehr geringe Gefahr von Schimmelbildung

• Viele Taschenfederkern-Modelle gibt es in Komforthöhe, z.B. eine Matratzenhöhe von 25 cm oder mehr.

• Vermittelt das klassische, gewohnt „kernige“ Liegegefühl des Federkerns, das viele Menschen wertschätzen und nicht mehr missen wollen.

 

Nachteile:

• Meist nicht ganz so große punktuelle Anpassung möglich wie bei einem hochwertigen, gut zonierten 7-Zonen-Kaltschaumkern. Dies kommt u.a. durch eine (zu) feste Abdeckplatte zustande, sodass die 7-Zonen im Federkern nicht richtig wirken können.

• Gerade im Schulterbereich bieten viele Taschenfederkern-Modelle nicht so viel Einsinkmöglichkeit wie eine Kaltschaum-Matratze mit ausgeprägter Schulterzone. Bereits das kann einer Wahl zum Taschenfederkern im Weg stehen.

• Nicht alle Modelle sind für motorisierte oder verstellbare Lattenroste geeignet.

• Einige Menschen verweisen auf eine mögliche elektromagnetischen Gefahr, da die einzelnen Federn als „Antennen“ fungieren könnten. Von wissenschaftlicher Seite wird eine sehr geringe Veränderung der elektromagnetischen Felder durch die Spiralfedern bestätigt, die aber derart gering sei, dass sie keinerlei Relevanz habe (http://www.derwesten.de/gesundheit/so-gefaehrlich-sind-federkernmatratzen-id6241209.html)  

 

Qualitätskriterien für Taschenfederkern-Matratzen:

• Material der Federn: Stahl – ist der Stahl thermisch gehärtet oder legiert?

  • Falls ja: geeignete Stabilität

Gute Federkerne sind i.d.R. thermisch gehärtet (z.B. feuerverzinkt) oder titanlegiert (wie die Stahlfedern der Firma Sealy).

• Anzahl der Federn pro Quadratmeter

Ein häufig verwendetes, aber für sich betrachtet überbewertetes Kriterium, ist die Anzahl der Federn pro Quadratmeter. Häufig findet man in den Werbebroschüren und Prospekten die Werbeaussage „1000er Taschenfederkern oder 500er Taschenfederkern“. Diese Werbeaussage bezieht sich auf eine Matratze in der Größe 100 x 200 cm und gibt die Anzahl der eingesetzten Taschenfedern an. Bei einem „1000er Taschenfederkern“ handelt es sich somit um einen Taschenfederkern mit 500 Federn/qm.

Dabei ist die Anzahl der Federn für sich alleine noch kein ausreichendes Kriterium, um die Liegeeigenschaften zu beschreiben. Wird beispielsweise als Abdeckung für einen 1000er Taschenfederkern aus Kostengründen als Abdeckung eine feste Filzplatte verwendet oder ein Schaum mit hoher Stauchhärte, so können die 1000 Taschenfedern im Inneren der Matratze nicht zur Wirkung kommen. D.h. die Qualität der Abdeckung des Taschenfederkerns ist mindestens ebenso wichtig wie die Anzahl der Taschenfedern. Beispielsweise kann sich eine TTFK-Matratze mit 300 Federn und einer hochwertigen Latex-Abdeckung besser dem Körper anpassen als ein 1000er TTFK mit einer billigen, festen Schaumplatte.

• Windungen: Wieviele Windungen haben die Federn?

3 Gang-Federn à nicht zu empfehlen

4 Gang-Federn à für das Gästebett ok

5 Gang-Federn à gut

6,5 Gang-Federn à sehr gut

8 Gang-Federn à exzellent

• Abdeckplatte auf dem Taschenfederkern:

  • Komfortschaum à nicht zu empfehlen
  • Kaltschaum mit RG 25 à kurze Lebensdauer
  • Kaltschaum mit RG 30 à eher ungeeignet, verkürzte Lebensdauer
  • Kaltschaum mit RG 40 à geeignet
  • Kaltschaum mit RG 45 à gut
  • Kaltschaum mir RG 50 à sehr gut
  • Kaltschaum mit RG 55 à exzellent
  • Latex mir Naturanteil à sehr gut
  • Reiner Naturlatex à exzellent

Anmerkung: Zu bedenken ist, dass ein Schaum mit niedrigem Raumgewicht i.d.R. umso länger hält, je höher die Stauchhärte ist, d.h. je fester und unelastischer der Schaum ist. Somit kann auch ein Schaum mit niedrigem Raumgewicht längere Zeit halten, wenn er zugleich „bretthart“ ist. Ein komfortables, elastisches Einsinken erfordert allerdings immer ein hohes Raumgewicht, um die Langlebigkeit zu gewährleisten.

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